Room 28 Education
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Workshops

Auf dieser Seite berichten wir über unsere Workshops zum Room 28 Bildungsprojekt, die Alexander Wolf initiierte und durchführt.

Teammitglieder: Sara Huppertz, Esther Nauth, Alexander Wolf, Alexander Placke, Matthias Prill, Hannelore Brenner.

4. Workshop in Wiesbaden

am 15. Februar 2020

Alexander Wolf berichtet:

 

In unserem 4. Workshop wurden nochmals die gestellten Aufgaben und Möglichkeiten zur Erreichbarkeit unserer gemeinsamen Ziele ausführlich erörtert.

 

Hannelore, Matthias Prill und ich berichteten von der gelungenen Ausstellungseröffnung im Erfurter Erinnerungsort Topf & Söhne am 25.1.2020 und von der Veranstaltung am 26.1. im Theater Erfurt: Theresienstadt-Abend. Das Tagebuch von Helga Pollak und Lieder aus Theresienstadt präsentiert vom Berliner Ensemble Zwockhaus - ein Glanzpunkt. Mehr dazu auf: www.edition-room28.de/terminkalender

www.edition-room28.de/terminkalender/past-news/

 

Die Ausstellungseröffnung war sehr gut besucht und fand großes Interesse. Ein schön gestaltetes Programmheft vermittelt alle geplanten Veranstaltungen rund um die Ausstellung, die bis zum 28. Juni 2020 im Erinnerungsort Topf & Söhne zu sehen ist.

 

Am 21. April 2020 findet bei Topf & Söhne eine Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplikatoren statt, mit  der Gedenkstättenpädagogin Rebecca Schubert und Hannelore Brenner. Thema: Selbstbehauptung und Vernichtung. Jüdische Kinder im Ghetto Theresienstadt. Es wäre wünschenswert, wenn wir alle dabei sein könnten.


Alexander Placke vermittelte uns seine Ideen, wie die Lehrmaterialien digital zur Verfügung gestellt werden könnten und wir diskutierten darüber, welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

 

Hinsichtlich der Fortführung unserer Arbeit an den Lehrmaterialien und der damit verbundenen Vermittlungsarbeit ist uns allen bewusst, dass es ohne finanzielle Unterstützung nicht weitergehen kann. Hannelore berichtete von den Schwierigkeiten der Realisation des tschechischen Kompendiums. Es ist ihre Erfahrung, dass es oft nicht absehbar ist, welche Hürden und Mehrkosten ein Projekt mit sich bringen kann.

 

Sara Huppertz stellte ihre vorbildlich didaktisch aufgearbeiteten Arbeitsblätter zu Friedl Dicker-Brandeis vor. Hannelore und Sara einigten sich darauf, ein eigenes Booklet (Modul) zu Friedl herzustellen.

 

Lebhaft diskutierten wir darüber, welche Möglichkeiten der Förderung es für uns geben könnte. Unser Fokus wird nun zunächst vor allem darauf gerichtet sein, das Projekt auf ein finanziell sicheres Fundament zu stellen. Bislang geschah alles ehrenamtlich, auch die Anreise der Workshopteilnehmer*innen, die in verschiedenen Städten wohnen.

 

Hannelore berichtet von ihrem Plan, im Juli 2020 ein internationales Room 28 Networking Meeting in Berlin  zu organisieren und eine Veranstaltung in der Tschechischen Botschaft durchzuführen. Mit der Tschechischen Botschaft wurde bereits ein Termin vereinbart: der 9. Juli 2020. Motto des Networking Meetings Antisemitismus und die Mädchen von Zimmer 28. Auch ist Anfang Juli eine Reise nach Prag und Terezin geplant. Aber, wie alles: Auch dieser Plan steht und fällt mit der Finanzierung (Nachtrag 9.3.: und mit dem Coronavisus. Gerade sagte die Tschechische Botschaft eine Veranstaltung ab, die für den 16.3. geplant war.)

 

Ich danke allen Workshopteilnehmer*innen für ihr erneutes großes Engagement für unser Bildungsprojekt. Damit leisten wir einen nicht unerheblichen Beitrag zum Kampf gegen den Antisemitismus und Rassismus, der in diesem Land zur Zeit notwendiger ist denn je.

 

3. Workshop in Bad Vilbel

Am 21. Dezember 2019 fand der dritte Workshop in  Bad Vilbel statt. Alexander Wolf berichtet:

Ich freue mich, dass es 2019 gelungen ist, unser Projekt weiter voranzutreiben. Unsere primäre Aufgabe ist es, weitere Arbeitsblätter zu entwickeln. Dies ist uns gelungen und war nur durch den unermüdlichen Einsatz aller Teammitglieder möglich. Dafür möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei euch bedanken!

 

Wie geht es weiter in 2020?

 

Die in unserem Workshop vom 21.12.2019 gesetzten Aufgaben gilt es nun umzusetzen und die Ziele anzustreben. Wir haben folgende Nahziele:

 

  • Herstellung einer separaten Arbeitseinheit zum Kunstunterricht von Friedl Dicker-Brandeis. Unser Team-Mitglied Sara Huppertz hat hierzu intensiv gearbeitet und vorbildlich didaktisch aufbereitetes Lehrmaterial entwickelt.
  • Herstellung einer separaten Arbeitseinheit zur Kinderoper Brundibár unter dem Aspekt "Kunst und Widerstand". Sara Huppertz und Alexander Placke wollen sich dieser Aufgabe annehmen.
  • Herstellung einer Arbeitseinheit zum Thema Antisemitismus an Schulen. Diesem Thema widmen sich Matthis Prill und Esther Nauth.
  • Ester Nauth wird sich auch mit dem Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky beschäftigen und das  bestehende Arbeitsblatt erweitern.
  • Neuer und alter Antisemitismus - diesem leider hochaktuellen gesellschaftlichen Phämomen und alarmierenden Problem widmet sich Alexander Wolf in seinem Beitrag zu den Lehrmaterialien.

Gestaltung und Vermittlung der Lehrmaterialien

Wie werden die Lehrmaterialien gestaltet - nach dem bisherigen Design? Wie werden die Lehrmaterialien vermittelt? Wo und wie werden sie angeboten? Ist eine Digitalisierung des Materials sinnvoll? Wenn ja, wie ist dies umzusetzen? Ist eine Digitalisierung des umfangreichen Ton-und Filmarchivs von Hannelore zur Nutzung in der Ausstellung und im Bildungsprojekt möglich? All diese Fragen sind auch mit finanziellen Fragen verbunden. Wo sollten, wo könnten wir um Projektförderung anfragen?

Alexander Placke hat sich mit diesen Fragen beschäftigt und wir werden im nächsten Workshop darüber 

diskutieren.

 

Gemeinsame Aktivitäten

Besuch der Ausstellung bei Topf & Söhne in Erfurt am 24.01.2020 und der Veranstaltung am 25.1. im Theater Erfurt.

Teilnahme an einem von Hannelore geplanten internationalen Room 28 Networking Treffen in Berlin mit anschließender Reise nach Prag und Terezin.

 

Die Zusammenarbeit mit unseren jungen engagierten Teammitgliedern macht mir sehr viel Freude und ich wünsche mir für 2020, dass ich mit euch gemeinsam die weiter gesteckten Ziele erreichen kann.

 

Friedl Dicker-Brandeis hat ihre Art zu unterrichten einmal mit den Worten erklärt: "Wo eine Kraft sich auf sich besinnt und versucht, durch sich zu bestehen, ohne Angst vor Lächerlichkeit, da springt auch eine neue Quelle des Schöpferischen auf, und dieses Ziel hat auch der Versuch unseres Zeichenunterrichts".

 

Unser nächster Workshop und erster im Jahre 2020 findet am 15.2.2020 in  Wiesbaden statt. Ich freue mich schon darauf :)  Alexander Wolf

Alexander Wolf berichtet vom 

zweiten Workshop am 15.06.2019 in Bad Vilbel 

in den Räumen der AWO (Arbeiterwohlfahrt) 

 

Nachdem es beim ersten Workshop in Wiesbaden im Wesentlichen um ein erstes Kennenlernen, um Austausch und Brainstorming ging, wurden im zweiten Workshop die Ansätze für ein Gesamtkonzept erarbeitet, Ziele vereinbart und Aufgaben verteilt.

Zuallererst erarbeiteten wir gemeinsam etwas Grundsätzliches in Form einer Präambel für das Room 28 Bildungsprojekt. Wir sind der Überzeugung, dass die Worte von Margit Mühlstein - sie war Sozialarbeiterin im Mädchenheim L 410 im Ghetto Theresienstadt - für unsere Arbeit leitmotivisch und für unser Bildungsprojekt von ganz besonderer Bedeutung sind. Dies gilt auch für die pädagogische Arbeit mit zukünftigen Generationen von Schüler*innen und Student*innen!

 

Es hat uns Theresienstadt nichts genützt, wenn wir in unserem späteren Leben auch nur einen einzigen Menschen unterdrücken werden.

Team-Mitglieder

Team-Arbeiten

Bericht Alexander Wolf:

Das Team beschäftigte sich ausführlich mit der Erarbeitung eines didaktischen Grundprinzips zu unserem Themenkomplex und brachte eine Vielfalt von Ideen und Vorschlägen ein. Ein Teammitglied widmete sich insbesondere der therapeutisch-pädagogischen Praxis der Erzieher*innen und Betreuer*innen in Theresienstadt, lieferte hierzu ein anschaulich ausgearbeitetes Arbeitsblatt zum Thema Friedl Dicker-Brandeis und listete die folgenden didaktischen Ansätze auf:

  • Kunsttherapeutischer Ansatz. Friedl Dicker-Brandeis. Eine ihrer Schülerinnen war Edith Kramer – siehe Beitrag von LoreLaura Jimenez-Alonso im Kompendium 2016, S. 96/97
  • Musiktherapeutischer Ansatz: Aufrechterhalten der musikalischen Kultur. (Chor im Zimmer 28 geleitet von Ella Pollak. Ilse Weber, Konzerte, Kammermusik, Liederabende etc.)
  • Theaterpädagogischer Ansatz: (Kinderoper Brundibár, Theaterprojekt Olek Witt: "Was ist das Herz unserer Welt? Das Tagebuch von Helga Pollak". Mehr auf: Theaterprojekt
  • Literarischer Ansatz: Schreiben als Therapie.(Aufsatz-Wettbewerbe, Gedichte, Sketche, das Tagebuch von Helga Pollak)
  • Bewegungstherapeutischer Ansatz: Bewegung, Sport und Spiel (Freddy Hirsch, Eva Weiss)

Weitere Schwerpunkte kamen hinzu: Resilienz/Traumata – siehe Beitrag von Lisbeth Wutte im Kompendium, S. 98-102, Ethik/Wertevermittlung und soziales Miteinander, die Bedeutung von Bildung, Freundschaft. Menschenwürde (Ma’agal, S.78-82)

 

Generell einigten wir uns darauf, mit dem Room 28 Bildungsprojekt im Internet präsent zu sein und den Internetauftritt von www.room28education.de zu verbessern und zu gegebener Zeit Arbeitsblätter digital anzubieten.

 

Wie im Vorwort des Kompendiums 2016 und in dem  Kapitel „Aus der Werkstatt. Notwendige Anmerkungen zum Room 28 Bildungsprojekt“ skizziert. (S. 43-51), sind die in dieser Broschüre vorgeschlagenen Arbeitsaufgaben für Schüler*innen nichts als ein ersten Schritt, um den Diskurs unter Pädagog*innen anzuregen. Wir haben diesen Diskurs aufgenommen und machen uns daran, praxisorientierte bzw. direkt aus der Praxis entstandene Arbeitsblätter zu schaffen und das Room 28 Bildungsprojekt zu seinem Ziel zu führen.

Ausstellung. Konzept zur Vermittlung.

Es ist uns wichtig, die Ausstellung und das Room 28 Bildungsprojekt in Zukunft zusammenzudenken und als Einheit zu managen. Eine bloße Ausleihe der Ausstellung ist nicht im Sinne der Autorin und des Projektes. Das heißt, dass wir in Zukunft immer auch Präsentationen des Room 28 Bildungsprojektes für Lehrende, Workshops für Schüler*innen und weitere Module anbieten werden. Hierzu brachte unser Team eine Fülle von Ideen ein. Von zentraler Bedeutung sind zum Beispiel die Aspekte des Widerstandes durch Kunst, Hoffnung durch Kunst und Fantasie als Flucht und Widerstand.

Wir halten das Room 28 Bildungsprojekt für ideal geeignet, an Ausbildungsschulen und pädagogischen Hochschulen anzudocken. Vermittlungsarbeit, Networking und Öffentlichkeitsarbeit ist neben all den hier nur kurz angerissenen inhaltlichen Punkten eine unserer Aufgaben bis zum nächsten Workshop.

Workshop in Wiesbaden, 2. März 2019

Der Text liegt den Teammitgliedern vor. Es gilt der aktuelle Bericht vom 15.6.2019-

Leiter des Workshops

Alexander Wolf, Wiesbaden

Dipl.-Betriebswirt und im Vorstand der "Lagergemeinschaft Auschwitz - Freundeskreis der Auschwitzer  e.V."  Mitglied im Aktiven Jüdischen Museum in Wiesbaden, beim Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt sowie bei Room 28 e. V. 

 

Er begleitete in den letzten Jahrzehnten viele Studienreisen in Konzentrations- und Vernichtungslager, an denen  Student*innen verschiedener Universitäten und weitere Gruppen und Interessenten teilnahmen. Auch organisierte er Veranstaltungen mit Überlebenden des Holocaust und publizierte in den Mitteilungsblättern der Lagergemeinschaft Auschwitz und in weiteren Medien.

Hannelore Brenner, Berlin

Autorin der Room 28 Projects und Initiatorin des  Bildungsprojektes.

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